

Und kommst Du an Land,
so setzt sich dieses merkwürdige Schwingen in dir fort.
Auch scheint es immer wieder, dass die Szenerie in Bewegung ist.
Diesen Streich der Wahrnehmung spüre ich auch in den Sinnen der Erinnerung.
Bilder und Situationen schwingen in mir nach, visualisieren sich in meinem Kopf. Gerade so, als würde die Bewegung des Wassers die inneren Bilder ein ums andere Mal sanft ineinander verschieben und umspülen, dass selbst die vielen Anläße und Situationen ihre Bedeutung verlieren.
Eine Essenz bleibt, die sich nicht mit nur einem Bild fassen lässt.

Natürlich sind die ersten Porträts, die man als Fotograf macht, die Menschen in der näheren Umgebung. Familie, Freunde, die Kinder, alle die, zu denen ich einen guten Kontakt habe. Mitunter kann es zwar schwierig sein, Tante Berta oder die schüchterne Luise zu fotografieren, weil die sich sträuben, sobald sie eine Kamera nur von Weitem sehen. Doch diese ersten Erfahrungen zeigen schon wesentliche Merkmale für die Porträtfotografie: Es klappt am besten mit Nähe und Kommunikation. Und zugleich sind das auch die Probleme. Wie schaffe ich ein angenehmes Miteinander, was macht eine Atmosphäre aus, die gute Bilder möglich macht? Manchmal finden wir eine Situation vor, in der wir nur reagieren müssen, ein anderes Mal ist ein behutsames Inszenieren notwendig.

Begegnung und Dialog. Zwischen Ammersee und Starnberger See gingen Jürgen Wassmuth und Carmen Kubitz auf die Suche nach bemerkenswerten Gesichtern und Geschichten. Quer durch alle Gesellschaftsschichten, in die Wohnungen und Häuser, hinein in die unterschiedlichsten Leben. Und wurden inmitten von oftmals beinah unglaublich intensiven Begegnungen Teil der Geschichte. Mit ihren Bildern und Texten hielten sie fest, was sie erlebten. Ein kurzer Augenblick, ein Ausschnitt aus einem ganzen Leben.
„Die Grenze zwischen Fotograf und Modell wird zur Brücke und die Kamera dient nicht mehr länger als Objekt zwischen ihnen, sondern vielmehr als Blickverbindung zueinander.“ Nue Ammann

Passage. Welch ein Wort! Es weckt Bilder aus einer anderen Zeit; einer Zeit, als nur das Reisen über See die Menschen über Kontinente hinweg verband. Passage, das ist auch das, was passiert, was einem widerfährt während der Reise von einem Ufer zum anderen. An Bord des Forschungsschiffs Polarstern reist Jürgen Wassmuth mehr als 10.000 Meilen über das Meer. Von Europa nach Capetown, auf direktem Weg zur Antarktis über unvorstellbar tiefes Meer des Atlantico del Sur mit riesigen Wellen, einem Eisschollen-Spaziergang am 60. Breitengrad.